AlPINE wanderung von 25.-26. September 2021

Am Samstag trafen sich 8 aufrechte Wanderfreunde am Parkplatz in der Nähe des "Schwabenhofes" bei Balderschwang um das Riedberger Horn zu besteigen.

 

Der Weg führte uns steil über Skipisten des Kreuzlessteilhanges in die Westflanke des Massivs. Bald kamen wir in das idyllische Tal der Kreuzlesalpe. Dort lockten uns am Wegesrand sonnengewärmte Heidelbeeren die uns einen unerwarteten, angenehmen Pausengenuss boten. Weiter ging es, teilweise durch ausgedehnte Morast-Passagen bis wir den Sattel unterhalb des Dreifahnenkopfes erreichten. Der Dreifahnenkopf ist ein berühmter Aussichtsgipfel, der nun aber aus Artenschutzgründen gesperrt wurde.

 

Für uns ging es weiter dem Grat entlang, der uns immer wieder großartige Ausblicke auf den Grünten und das Allgäu freigab. Nach Westen zu konnte man tief in die Schweiz mit ihren schneebedeckten Gipfeln sehen. Nach einem kräftezehrenden Aufstieg erreichten wir das Gipfelplateau des Horns und waren überrascht über die große Anzahl der Gipfelstürmer die von der einfacheren Ostseite her, über die Grasgehrenhütte aufgestiegen waren.

Schwärmende Ameisen rundeten das Bild ab. Das perfekte 360° Panorama entschädigte uns an diesem sonnigen und warmen Tag für alle Mühen und versöhnte uns auch ein wenig mit den wirklich lästigen Ameisendrohnen, die völlig desorientiert überall und auf jedem herumkrabbelten. Später patrouillierten noch eine Schar Bergdohlen um den Gipfel und forderten frech ihren Anteil am Vesper.

 

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast ging es für uns weiter zur Grasgehrenhütte und von dort aus weiter auf dem Winterwanderweg zurück in Richtung Ausgangspunkt. Günstiger Weise lag auf diesem die idyllisch gelegene Hörnlealm, die uns zum Kaffetrinken und Kuchenessen einlud. Der Rückweg zum Auto war dann reine Wanderroutine im Nachmittagssonnenschein. Unser Nachtquartier fanden wir im Hostel in Oberstdorf in spartanischen Doppelzimmern, mit Matratzen zum selbst beziehen und eigenen mitgebrachten Handtüchern. Aber wir waren froh, heuer überhaupt eine Unterkunft gefunden zu haben. Der Tisch für das Abendessen war im Gasthof "Hirsch" in Obermaiselstein bestellt, wo jeder ein Gericht fand, das ihm zusagte.

 

Die gute Fernsicht am Vortag hätte uns ein Hinweis sein sollen auf die Wetterverschlechterung, die sich am Sonntag langsam einstellte.

 

Nach der Abreise aus dem Hostel ging es wieder auf den Riedbergpass hinauf zum Parkplatz an der Schönbergalpe um die Besler-Runde zu starten. Ein einprägsames Bild lieferten die Schmuckglocken der Kühe, die am Geländer vor der Alm aufgestellt waren.

 

Auf der Besler-Runde ging es an der Herzbergalpe vorbei, dann hinauf auf den Königsweg und an der oberen Gundalpe wurde gerastet. Nebel zog auf und der Wind wurde deutlich kühler. Das Gipfelkreuz des Beslers war nicht mehr zu sehen, so dass sich ein Großteil der Gruppe dazu entschied den Gipfel nicht zu besteigen.

Nur die beiden Nordwandenthusiasten Jürgen und Dennis beschlossen, den Aufstieg über eine versicherte Felsrinne zu wagen.

 

Der sicherheitsorientiertere Teil der Gemeinschaft machte sich durch den Nebel auf zum Abstieg, da die Chancen auf einen Panoramablick gegen Null gesunken waren. Eine starke Dreiviertelstunde später saßen wir alle wieder vereint auf der Terrasse vor der Schönbergalm und glücklicherweise gab es wieder Kaffee und Kuchen, der einen würdigen Ausklang für ein erlebnisreiches Wanderwochenende bildete. Ironischerweise hob sich der Nebel unvermittelt und gab nun wieder den Blick auf das Gipfelkreuz frei, aber niemand von uns verspürte noch Lust, einen wiederholten Gipfelsturm zu wagen.

 

Viele Grüße,

Euer Wanderwart Andreas

 

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